Lasertherapie in der Tiermedizin

Die Lasertechnik wird seit langem in der Humanmedizin angewendet. In der Tiermedizin ist die Anwendung noch relativ neu, aber dank ihrer vielfältigen Einsatzgebiete weiter auf dem Vormarsch.

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Was bedeutet Laser?

Laser ist die Kurzform für: Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation.

Das Besondere an Laserlicht ist, dass es nur aus einer speziellen Wellenlänge besteht und kohärent ist, d.h. die Lichtstrahlen sind im Gegensatz zu anderen Lichtquellen (z.B. Sonnenlicht) in einer Richtung konzentriert. Diese Eigenschaften lösen folgende Reaktionen aus:

  • Stimulation der körpereigenen Abwehr
  • Schmerzlinderung durch Ausschüttung körpereigener Stoffe wie Prostaglandine und Endorphine
  • Steigerung der Stoffwechselaktivität und der Regenerationsfähigkeit der Körperzellen durch Auffüllen des „Energietanks“ der Zellen.

Bei der Bestrahlung mit dem Laser, werden zunächst die obersten Zellen (Haut, Schleimhaut) mit Energie versorgt. Wenn der Energietank dieser Zellen aufgefüllt ist,  können sie überschüssige Energie an benachbarte Zellen weitergeben. Hieraus ergibt sich die Wirkung des Lasers auch auf tiefer gelegene Zellen und Organe.

Bei der Behandlung von Oedemen (Wasseransammlung im Gewebe) und anderen Schwellungen macht  man sich die Förderung des Lymphabflusses durch den Laser zunutze. Der Körper kann angesammelte Flüssigkeiten besser abtransportieren und ausscheiden, sodass es zu einer raschen Abschwellung des Gewebes kommt.

Anwendung des Lasers in der Medizin:

Es gibt verschieden Anwendungsbereiche des Lasers, die je nach Situation miteinander kombiniert werden können.

Enttarnung von Tumorzellen. Tumoren können im Organismus wachsen, da sie nicht als für den Körper schädlich erkannt werden. Die Tumorzellen besitzen „Tarnkappen“, sodass sie von der körpereigenen Abwehr nicht angegriffen werden.

Durch die Laserbehandlung (Laserchirurgische Entfernung, Punktion und/oder Bestrahlung), verlieren die Tumorzellen ihre Tarnkappe, die stimulierte Körperabwehr wird aktiv und führt zur Abgrenzung oder Abbau des Tumors.

Chirurgie

Im chirurgischen Bereich wird das Laserlicht wie ein Skalpell zum Schneiden  verwendet. Im Gegensatz zum Skalpell schneidet der Laser viel feiner und genauer, ist dafür aber auch wesentlich zeitaufwendiger. Durch die gleichzeitige Koagulation ist eine blutarme Operation möglich. Ein weiterer Vorteil der Laserchirurgie ist, dass der Wundschmerz viel geringer als bei der herkömmlichen Methode ist. Bei der Tumoroperation kommt als Vorteil die stimulierende Wirkung auf das Immunsystem und die Enttarnung der Tumorzellen hinzu.

Bei schwer erreichbaren Tumoren, die nicht herausgeschnitten werden können,  besteht die Möglichkeit der Laser-Punktion, um das Gewebe einzuschmelzen. Im Anschluss ist eine Nachbehandlung durch Bestrahlung zu empfehlen.

Abtötung von bis zu 99 % aller Bakterien und Viren durch den chirurgischen Laser.

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Lasertherapie – Bestrahlung: = Soft- / Kalt- oder Low Level Laser

  • Förderung der Wundheilung
  • Behandlung von Ekzemen und anderen chronischen Hautentzündungen
  • Schonende Entfernung von Warzen und Hauttumoren durch Selbstheilung
  • Behandlung von akuten und chronischen Schmerzzuständen
  • Aufbau des Knorpels bei Arthrosen sowie Regeneration der Synovia (Gelenkflüssigkeit/ Gelenkschmiere)
  • Knochenheilung – Aufbau bei Fissuren oder Frakturen
  • Heilung und Regeneration verletzter Bandstrukturen
  • Förderung des Heilungsprozesses nach orthopädischen Operationen
  • „Knickohrbehandlung“ durch Stärkung des Knorpels
  • Behandlung der Hyperplasie des Nickhautknorpels (Umschlagen des dritten Augenlides)
  • Entfernung der Follikel am dritten Augenlid des Hundes (chron. Augenentzündung)
  • Behandlung von Hornhauttrübungen des Auges nach Verletzungen und Katzenschnupfen
  • Reifung von Abszessen
  • Behandlung von Oedemen, Ergüssen und anderen Schwellungen
  • Blutbestrahlung zur Unterstützung des Immunsystems z.B. bei FIP, Katzen-AIDS, Atopie des Hundes oder Blutkrebs
  • Behandlung chronischer Zahnfleischentzündungen bei Hund und Katze
  • Erzeugung von Keimfreiheit im Zahnfach nach Zahnextraktion
  • Abheilung chronischer Analbeutelentzündungen

Laserakupunktur

Die punktuelle Bestrahlung von Akupunkturpunkten mit dem Laser setzt Reize, die der traditionellen Akupunktur mit der Nadel gleich kommt. Vorteil der Laserakupunktur ist hierbei, dass sie absolut schmerzlos ist und eine kürzere Einwirkzeit an den Akupunkturpunkten benötigt, um die gleiche Wirkung wie die Nadelung zu haben. Unsere Haustiere zeigen daher eine große Akzeptanz dieser Behandlung.

Durchführung der Behandlung:

Bei der Bestrahlung wird der Laser wie ein Laserpointer über die zu behandelnden Bezirke geführt. Durch die Laserenergie wird das Energiereservoir der Zellen aufgetankt und das Immunsystem stimuliert. Diese Behandlung ist absolut schmerzfrei, eine leichte Wärme wird vom Patienten gut akzeptiert.

Bei einer Sitzung wird pro zu behandelndem Areal 3 x zwischen 30 und 60 Sekunden bestrahlt. Die Anzahl der nötigen Behandlungen richtet sich nach der Art der Erkrankung. Bei Zahnfleischentzündungen reicht oftmals die einmalige Behandlung, bei der Behandlung von Wunden, Gelenksentzündungen, Schwellungen werden meist 4-6 Behandlungen benötigt. Tumore, Warzen und Verkalkungen der Haut machen oft eine 3 -10malige Behandlung notwendig. Nach orthopädischen Operationen sind, in der Regel, 6-10 Nachbehandlungen erforderlich.

Wichtig ist zu beachten, dass wie in jedem Bereich der Medizin unterschiedliche Individuen unterschiedlich auf die Therapie ansprechen. Während das eine Tier sofort eine Reaktion auf die Behandlung zeigt, erfordert es bei einem anderen Tier mehrere Anwendungen. Etwa 10 % unserer Patienten sprechen auf eine Laserbestrahlung nicht an oder zeigen nach einer anfänglichen Besserung keine nachhaltigen Erfolge.

Für die Anwendung des chirurgischen Lasers wird der Patient in Narkose gelegt, er ist in diesem Zustand schmerz- und empfindungsfrei. Der Schmerz nach der Operation ist aufgrund der entzündungshemmenden und schmerzstillenden Wirkung des Lasers relativ gering. Je nach Bedarf kann aber eine Schmerztherapie eingeleitet werden.

Beispiel einer erfolgreichen Therapie mit dem RJ Lasergerät

11 Jahre alter Labrador

Der Hund wurde mit diversen Therapien, inkl. Antibiotika, erfolglos vorbehandelt. Im Mai 2010 wurde Methicillin-resistenter Staphylococcus (pseud)intermedius (MRS[P]I) diagnostiziert.  Die Prognose war schlecht. Für zwei Wochen wurde die Behandlung mit dem RJ Lasergerät zweimal wöchentlich durchgeführt und die fast komplette Abheilung erreicht.  Die Haut wurde dicker und das Volumen nahm während der Behandlung permanent zu.

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Bild links – 22.06.2010 – Beginn der Lasertherapie (Kopf), die Wund war infiziert und die Haut nässend und offen.

Bild rechts – 10.07.2010 – Infektionsfrei, verheilte Haut, das Fell begann wieder zu wachsen.

© Fotos Quellennachweis: http://www.rj-laser.com

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